worldwatchers
schau, das meer!
red line
 


25.04.03

muji, kannst du kommen?
(UR: vorgänge / proceedings)

watchers, kollegen!

(freunde?)

ihr werdet, ihr müsst verzeihen. spät nehme ich meine eintragung vor, zu spät - gemessen an unseren begriffen, denen ich mich immer und immer gern unterworfen habe, weil sie die aufrechterhaltung unseres gemeinwesens und unseres auftrags verbürgten.

grün schwappt der energietrunk, meine finger zittern. jeder nächste schluck lässt mich flimmern vielleicht, jede trockenheit erstarren.

kollegen: ich bin nicht untätig gewesen. gestern abend nicht und die nacht über nicht.

fällt mir schwer, dies. seht unten die bilder.

gestern abend, 21.33 uhr: wir können, wenn wir wollen, hier einen wendepunkt unserer geschichte markieren. (nur weil ich etwas gesehen habe? ja, sava, ja. wenn du wieder lesen kannst, wenn du die gedankenklarheit erst wiedergefunden hast, die wir alle an dir bewundern und schätzen, wirst du verstehen. vielleicht ist dies der urgrund, der tiefste auslöser und sinn des beobachteten: dass es beobachtet wird. jede andere deutung ist schlimmer.)

der erste blick vermochte nicht viel, er liess die welt noch im lot: ein heller, klarer raum, eine pflanze, ein spiegel, gerätschaften und zwei menschen. noch umwehte mich nur unklar die erinnerung an dich, sava, an deine deutung weisser zimmer. noch hatte ich nur ein lächeln für den himmel aus rosa sternen, der diesen einblick wie verspielt umgab.

just so hatten wir uns ein behandlungsraum vorzustellen beim zahnarzt. noch sah ich mir die palme nicht näher an, und den mann nicht:

zwirl.

21.34 uhr: der energiedrink stand still, ich dachte:

nein.

ich dachte nicht an “vorkommnisse” (wie du sie, sava, genannt hast), dachte nicht an deinen seelischen sonderzustand zu beginn dieser woche, dachte nicht an die mysteriöse krankheit, die dich seit tagen gefangennimmt.

und vielleicht ist da auch gar kein zusammenhang.

diese beiden bilder entstammen dem grossen system. wann ich sie herunterlud und woher - ist alles dokumentiert. ich habe sie nicht verändert. ich habe sie gesehen.

("sehen als transitive materialisierungsoption", handschriftliche notiz von zwirl am vorabend seines todes, von ihm selbst mit drei fragezeichen versehen)

was hier vorliegt, unterliegt keinem zweifel: es sind dies zwei aufnahmen von leo zwirl. in betäubung. ein bekittelter mensch fraglichen geschlechts manipuliert in zwirls offenem mund, in einer ecke steht die pflanze, die wir wiedererkennen: unsere hassgeliebte lantara, deren reste im mund leo zwirls gefunden wurden.

auf dem zweiten bild ist er schon tot. keine spur mehr des eingriffs.

ich wollte diese geschichte nie glauben. ich wollte diese bilder nie sehen.

woher kommen sie?

WAS IST DAS GROSSE SYSTEM?

ich habe nachgedacht, habe vorgedacht, habe notizen gefiebert , bögen zugeskribbelt, habe wieder durchgestrichen, was ich nicht zu ende zu denken wagte, habe die durchstriche zart überwellt und mit sternchen versehen, habe unterpunkte mit strichen vernetzt, zettel durchstochen und verknüpft, habe das konvolut überspült mit grünem trunk, als ich zuckte -

muji, kannst du kommen? kannst du mir sagen, dass du das hier auch siehst? sollen wir alle stecker ziehen? muji?

mikkel

ps: verzeiht die länge, die verspätung. ihr werdet verstehen. wenn ihr nichts mehr versteht.

pps: draussen schreien doch die brandmöwen, oder? ihre jungen fliegen schon, oder?

ikk



zwirlmord1


zwirlmord2


quelle: was aussieht wie ein zahnarztzimmer, kamera zwei, nicht die mit dem rosa leuchten am fenster.

posted by mikkel @ 14:10:01

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